Februar 2026

1. Februar, Sonntag. Es gibt keine Gemeinde im Umkreis vom Stellplatz und sei sie noch so klein, die nicht mindestens einmal in der Woche einen eigenen Wochen- oder Bauernmarkt hat. Heute waren wir auf dem gut besuchten Markt in San Cristóbal. Die Preise sind sehr günstig, zum Beispiel kosten vier Eisbergsalate gerade mal 1 Euro. Heute haben wir allerdings auf gesundes Gemüse und Obst verzichtet und lediglich ein saftiges gegrilltes Rippchen erworben

Und wen trifft man auf den Märkten, egal wo und wann? Natürlich die netten Mit-Camper aus dem Los Olivos Camperpark

2. Februar, Montag. Vormittags frischte der Wind leider wieder auf und wir haben uns entschlossen, eine kleine Rundfahrt zu unternehmen. Zunächst ging es Richtung La Pinilla und in einem großen Bogen über Lobosillo nach Cartagena zurück. Lediglich gebremst von einer großen Schafherde, die vor uns, sehr diszipliniert die Straße überquerte

In Cartagena habe wir den großen Industriehafen umfahren und sind, die Muelle de la Curra entlang fahrend auf einer schmalen Landzunge gelandet, an deren Ende dieser Leuchtturm den Schiffen eine sichere Einfahrt bietet

Von diesem Platz aus sieht man von der Wasserseite auf die Stadt Crtagena und das Castillo de la Conceptión

Ein alter, dem Rost und dem Untergang geweihter Seelenverkäufer liegt hier am Pier, der seine Zeit dem äußeren Anschein nach schon lange hinter sich hat

Verlässt man die Landzunge und biegt rechts auf die N-343 ab, erreicht man nach etwa drei Kilometer und nach zwei Tunneldurchfahrten ein großes LNG Terminal, bevor sich die Straße in die Berge hinauf windet

3. Februar, Dienstag. Vormittags führte uns unser Weg nach Mazarrón und weiter an der Küste entlang bis zu dem bizarr anzusehenden Felsmassiv „Las Gredas de Bolnuevo“. Wir waren nicht das erste Mal hier und jedes Mal ist der Schattenwurf anders und es ergibt ein neues Bild. N 37° 33‘ 50“ W 1° 18‘ 44

Mimmi hat sich in der Zeit gegenüber des Felsmassivs am Sandstrand vergnügt und ihre Schnauze in jedes noch so kleine Loch gebohrt. Vergeblich erhoffte sie allerdings dort etwas leckeres zu finden

Derweil wir es uns bei einem Cortado und einem Café con Leche in der frühen Morgensonne gut gehen ließen

4. Februar, Mittwoch. Am frühen Morgen hat es leicht geregnet, der restliche Tag zeigte sich bewölkt bei 16 Grad. Über Mittag hatte Luzie bei uns Asyl gefunden, während ihre Zweibeiner in Cartagena unterwegs waren. Es war ein sehr harmonisches Zusammensein mit Mimmi

5. Februar, Donnerstag. Mit Isabell und Erik haben wir einen Ausflug in‘s 45 Kilometer entfernte San Javier, an der Costa Cálida und dem Binnenmeer Mar Menor unternommen.

Ehrlicher Weise hat uns nicht die schöne Küstenpromenade oder der breite Sandstrand in das Städtchen gezogen, sondern ein ganz profaner Grund. Es gibt dort einen deutschen Supermarkt, der Lebensmittel anbietet, die in Spanien nicht erhältlich sind. Etwa Kölner Blutwurst, Pfälzer Leberwurst, Fleischsalat und andere, nicht unbedingt gesunde, aber dafür leckere Erzeugnisse aus Deutschland: Meyers Supermarkt, Avda. Pinatar n°22, 30730 San Javier

Auf geht’s ans andere Ufer? Aber Algerien gegenüber ist doch zu weit entfernt. Also belassen es die Beiden bei einem ausgiebigen Bad im klaren Wasser

Belohnt wurden wir noch an der Seite des Binnenmeeres Mar Menor mit dem Anblick einer Gruppe Flamingos, auf der Suche nach kleinen Krebsen

6. Februar, Freitag. Bevor der Wind am Nachmittag wieder Böen mit Stärke 8 erreichen soll, haben wir uns mit Tina und Dieter auf den Weg in die kleine beschauliche Bucht bei El Portús gemacht

Natürlich waren unsere Hunde dabei. Die kleine Mimmi und der „nur unwesentlich größere“ Curtis. Während Mimmi auf dem Schoß Platz nahm, fand Curtis sein temporäres Zuhause im Kofferraum. Beide haben auf ihren unterschiedlichen Plätzen die Fahrt problemlos überstanden

Die schöne Bucht liegt im Naturpark Sierra de la Muela, lediglich 11 Kilometer von Cartagena entfernt. Der Name El Portús bezieht sich auf die Rambla de El Portús, die an einer Seite des Strandes mündet

7. Februar, Samstag. Ein sonniger Tag, allerdings begann es am Nachmittag wieder heftig zu stürmen. Der Wind wuchs sich in Böen zur Windstärke 8 aus. Unsere Nachbarn Tina und Dieter haben uns zu Spaghetti Bolognese eingeladen, nachdem Dieter viele Stunden lang eine herrlich schmeckende Bolognese in der Pfanne schmoren ließ. Ein launiger Abend, gewürzt mit diversen Getränken und lustigen Geschichten umrahmte das gemeinsame Essen

8. Februar, Sonntag. Es ist beinahe schon eine Tradition, Sonntagvormittags auf den großen Markt nach Mazarrón zu fahren.
N 37° 34‘ 0“ W 1° 16‘ 8

Um den vielen Füßen im Marktgedränge entgehen zu können, haben Luzies Zweibeiner ihr einen Hunde-Buggy spendiert. Sie fühlt sich sichtlich wohl, aus sicherer Höhe das Geschehen um sie herum betrachten zu können

Im Anschluss ging es noch an den nahen Strand. Ein „Sandgenuss“ für Mimmi

Am Abend stand ein ungewöhnlicher Besuch vor unserer Wohnmobiltüre. Vier Zimmerleute auf der Walz, von Deutschland kommend auf ihren Weg durch Spanien. In der Nähe hatten sie ein Nachtlager gefunden und baten um ein paar Lebensmittel, die wir und unsere Nachbarn ihnen gerne gegeben haben. Schön, dass es das noch gibt

9. Februar, Montag. Der Tag ist sonnig, windstill und ordentlich warm. Ein seltenes Erlebnis in den letzten Wochen. Tina und Dieter ziehen mit Curtis weiter und suchen einen Platz unmittelbar an einem Strand. Schade, sie waren tolle Nachbarn. Wir haben am Vormittag in Cartagena einige Boutiquen besucht, auf der Suche nach einer Herren-Übergangsjacke in meiner Größe, aber nur Größen ab 2mal XL aufwärts gefunden. Von der Stoffmenge könnte ich aus einer zwei machen. Also haben wir unverrichteter Dinge kehrt gemacht

10. Februar, Dienstag. Endlich zeigt sich das Wetter so wie im Februar der vergangenen Jahren. Blauer Himmel, kaum Wind und 23 Grad im Schatten. Da im südlichen Teil von Andalusien und in Portugal noch immer Unwetter drohen, sind viele Camper von dort zurückgekommen und hier gestrandet. Der Stellplatz ist bis auf den letzten Platz besetzt. Wir haben eine kleine Tour durch die Außenbezirke von Cartagena unternommen und dabei viele architektonisch interessante Gebäude entdeckt, von denen allerdings einige in keinem guten baulichen Zustand sind

11. Februar, Mittwoch. Heute Vormittag ist Luzie bei uns als „Pflegekind“ zu Gast und wir versuchen mit beiden Fellnasen spazieren zu gehen. Doch Luzie sträubt sich sichtbar, ohne ihre Zweibeiner den vertrauten Platz zu verlassen. Die Konsequenz, auf dem Hinweg habe ich sie teilweise getragen, während sie auf dem Rückweg, verbunden mit der Hoffnung ihre Leute wiederzusehen, nunmehr eine erstaunliche Geschwindigkeit vorlegte

Hier stehen die Mandelbäume in voller Blüte.

KI generierte Ode an die herrlichen Blüten:
„O zarter Vorbote, im blassen Gewand, du reißt den Winter aus dem starren Land. Noch eh die Schwalbe ihren Rückflug wagt, hast Du den Frost bereits beiseit‘ gejagt“

12. Februar, Donnerstag. 🎼 Ein Freund, ein guter Freund 🎼. Auf geht es zu einem nahen Hundespielplatz. Und damit den beiden Luzie und Mimmi nicht schon auf dem Hinweg die Puste ausgeht, werden sie im Buggy transportiert, den Isabell und Eric neu erworben haben

Von einem vielstimmigen Publikum angefeuert und gelockt von einem Leckerchen, wäre es doch gelacht, wenn der Sprung nicht klappen würde

Auch die Wippe haben beide Hündchen bravourös gemeistert

Für unser anstrengendes Coaching haben wir eine Belohnung redlich verdient

13. Februar, Freitag. Heute hat wieder ein heftiger Sturm mit Windstärke sieben, in den Böen Windstärke neun eingesetzt. Wir haben das Küchenzelt zusätzlich mit starken Leinen abgespannt und hoffen, dass es den Sturm übersteht. Morgen Abend würden wir gerne nach Cartagena fahren, um uns den bunten Karnevalszug anzuschauen. Es ist allerdings ungewiss, ob er stattfinden wird, denn auch morgen sind ähnliche Windstärken vorher gesagt. Heute ist bereits der Kinderumzug abgesagt worden. Aber wir hoffen noch

14. Februar, Samstag. Der Sturm fegt mit mehr als 100 Stundenkilometer über den Platz. Noch hat er hier keinen Schaden angerichtet, aber der Karnevalsumzug in Cartagena wurde wegen des Sturmes auf den morgigen Abend verschoben. Liebenswürdiger Weise ging Maria, die Inhaberin dieses Stellplatzes, heute am Valentinstag trotz alledem von Tür zu Tür und hat an jeden dieses leckere gebackene Herz verteilt. Eine nette Geste.

Man nennt den Valentinstag allerdings hier auch scherzhaft „El día de El Corte Inglés“ (nach der großen spanischen Warenhauskette), da der Feiertag erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch gezielte Marketingkampagnen populär wurde

15. Februar, Sonntag. Bei blauem Himmel und 19 Grad zog am Mittag ein kleiner Karnevalszug aus Los Puertos im Rumba Rhythmus über den Stellplatz.

Abends fanden wir uns in Cartagena ein, mieteten für 4 Euro einen Stuhl und warteten beschwingt auf den dortigen Karnevalsumzug

Käfighaltung. Das bedeutet die Einhaltung der gesetzlichen Mindeststandards und keine besonderen Anforderungen an die Aufzucht

Der Platz füllt sich schnell und alle warten gespannt auf den Start. Allerdings erstaunlich ruhig. Zur Musik die über den Platz schallte mittanzen oder sich zumindest im Takt mit zu bewegen, Fehlanzeige

Und dann ging die Show los im Rhythmus von Samba, Rumba und anderen Klängen defilierten und tanzten die Frauen, Männer und Kinder in herrliche Kostümen an uns Zuschauern vorbei

Nun ja, nicht alle tanzten. Er durfte natürlich im Karnevalszug nicht fehlen, immerhin ist er eine Lachnummer, wenn alles nicht so ernst wäre

16. Februar, Montag. Ein imposanter Abendhimmel beendet einen ruhigen Tag. Nach dem Karnevals Erlebnis gestern, haben wir uns heute einen Ruhetag gegönnt. Unterbrochen lediglich von einem Kurzbesuch im Campinggeschäft Sangar. Der Siphon des Spülbeckens im Küchenblock war gebrochen und musste ersetzt werden

17. Februar, Dienstag. Wir fahren über Mazarrón nahe Cañada de Gallego zur Ziegenwiese. Der Ausblick, kommt man über die Berge auf die Abfahrt nach Mazarrón, ist jedesmal überwältigend. In der Ferne schimmert azurblau die Costa Càlida, übersetzt: „die warme Küste“

Auf der Ziegenwiese treffen wir Tina und Dieter, Maria und Andy und genießen bei 25 Grad, kalten Getränken und lebhaften Gesprächen die herrliche Aussicht auf‘s Meer (sieht man aus dieser Perspektive nicht, aber die Mobile stehen in der ersten Reihe und fünf Meter weiter fällt das Gelände direkt zur Küste ab)

Gemeinsam wandern wir rund einen Kilometer von der Ziegenwiese in die Schlangenbucht

Die Schlangenbucht begeistert immer wieder durch ihre Lage, den feinen Sandstrand und die umrahmenden Palmen. Glaubt man den Insidern, soll die Schlangenbucht für Wohnmobile wieder zugänglich gemacht werden, nachdem sie zwei Jahre vorher von der Staatsanwaltschaft und der Polizei auf dem Hintergrund einer Verfügung der Stadt Mazarrón geschlossen wurde

18. Februar, Mittwoch. Während wir am Vormittag zwei Stunden in einem Waschsalon in Los Dolores verbracht haben, da auch beim Campen nun mal schmutzige Wäsche anfällt, habe wir den Nachmittag mit Freunden bei Kaffee, Kuchen und allerlei mal spannende, mal lustige Camper-Geschichten verbracht

19. Februar, Donnerstag. Heute haben wir mit Isabell und Erik den Markt in La Ajorra besucht. Uschi hat dort günstig eine passende Weste erworben

Hier auf diesem Markt bekommen wir den Pastor Viejo Käse, einen klassischen spanischen, 12 Monate gereiften Hartkäse, aus roher Schafsmilch hergestellt. Er hat ein kräftiges, leicht nussiges, würziges Aroma, ist durch die lange Reifezeit eher trocken, schmeckt sensationell gut und passt hervorragend zu einem kräftigen spanischen Rioja

20. Februar, Freitag. Wir sind auf dem Weg nach Cartagena, und wollen ein paar Lebensmittel einkaufen. Bei strahlend blauem Himmel ist es 24 Grad warm

Bei Lidl beginnt heute eine bayerische Woche mit Weißwurst, Spätzle, Obazda, Maultaschen, Bierschinken und bayerisches helles Festbier. Ein absoluter Kontrast zur Mittelmeerküche. Ob das den Spaniern schmeckt?

21. Februar, Samstag. Die Nacht war bei klarem Sternenhimmel sehr kalt, aber der Nacht folgte ein weiterer sonniger und warmer Frühsommertag. Wir haben ihn genossen

22. Februar, Sonntag. Noch nie haben wir, seitdem wir Spanien bereisen, eine solche Blütenpracht gesehen. In den letzten 5 bis 7 Jahren, besonders zwischen 2019 und 2024 war die Region von einer historischen Dürre geprägt. Die Jahre waren oft zu warm und zu trocken, so daß hier nichts wachsen konnte. Das wir heute diese Pracht sehen, liegt an den kräftigen Niederschlägen im Spätwinter und frühen Frühjahr, gepaart mit moderaten Temperaturen. Wenn der Regen genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, bevor die große Hitze einsetzt, verwandelt sich das sonst eher steppenartige Hinterland in ein Blütenmeer mit wilden Lavendel, Zistrosen, Eulalia, Klatschmohn und wilden Orchideen

23. Februar, Montag. Petra und Karl haben am Nachmittag zu Kaffee, Kuchen und allerlei Leckeres eingeladen. Eine launige Gesellschaft, die bis in die frühen Abendstunden ausgiebig getafelt und sich prächtig unterhalten hat

24. Februar, Dienstag. Playa de Percheles, eine traumhafte Bucht zwischen Mazarrón und Águilas, genannt die Schlangenbucht. Heute hat es uns mit Isabell und Erik noch einmal zu dem wunderbaren Fleckchen Erde verschlagen.

Eine herrliche Bucht mit tiefblauem Wasser

Nachdem wir auch noch Tina und Dieter besucht hatten, die von der Ziegenwiese auf einen nahegelegenen Campingplatz am Playa Parazuelos umgezogen waren, haben wir in einem italienischen Restaurant im Hafen von Mazarrón gut gegessen

25. Februar, Mittwoch. Abendessen zubereiten. Dieses Los trage ich, solange wir im Wohnmobil unterwegs sind. Es gibt einen Thunfisch-Feta-Salat und dazu Schupfnudeln aus dem Schwabenländle. Auch heute schien die Sonne wieder aus einem wolkenlosen Himmel bei einer angenehmen warmen Temperatur

26. Februar, Donnerstag. Wir sind auf dem Weg nach Mazarrón. Der Ausblick hinab ins Tal ist immer wieder überwältigend

Das Ziel von uns ist heute ein Restaurant, das Fish and Chips anbietet. Eine Abwechslung zu Tapas und Paella

Dies ist das Objekt der Begierde. Allerdings scheint es eine Eigenkreation dieses Restaurants zu sein. Wenig Fisch ein Hauch von Dip und dazu Möhren ist doch eher ungewöhnlich. Geschmeckt hat es trotzdem

27. Februar, Freitag. Wir besuchen den Markt in Cartagena. Das hier ist ein Duell, von dem man früher nie gedacht hätte, dass es existiert: Team Windel gegen Team Pfote. Während beide Gefährte sich auf den ersten Blick ähneln (vier Räder, ein Griff, viel zu teuer), könnten die Welten dahinter nicht unterschiedlicher sein.

Im Anschluss gab es für alle noch die leckeren Churros. Churros sind sternförmig gespritzt, damit die Oberfläche maximiert wird. Das sorgt für mehr Knusprigkeit und lässt das Innere weich bleiben

28. Februar, Samstag. Wir alle warten. In der Psychologie nennt man das oft die „Hanger-Phase. Eine Mischung aus Hunger und leiser Ungeduld. Damit die Stimmung nicht kippt, gibt es eine Strategie um die Wartezeit zu überbrücken. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für die „Wisst ihr noch damals…“ Geschichten. Sie lenken ab, bis die Paella gar ist

Endlich! Die Königin der Pfannen hat ihren Auftritt. Buen provecho (Guten Appetit)

Wenn die Paella dampfend auf den Tisch kommt, ändert sich die Dynamik schlagartig – von kollektiver Ungeduld zu andächtiger Bewunderung. Eine Paella ist nie „nur“ Essen, sie ist ein Event. Das Schweigen, das jetzt einsetzt, ist das größte Kompliment an den Koch

Hinterlasse einen Kommentar