
1. März, Sonntag. Das ist wohl die schönste Art, den Sonntag zu verbringen. Keine To-do-Listen, keine großen Pläne – nur gemeinsam mit der Schnüffelnase Mimmi einen kleinen Spaziergang hoch zur Ermita de Los Puertos de Santa Bàrbara machen

Ein wunderbarer Vorbote des Frühlings und es hat fast etwas Magisches, wenn nach der zartrosa Blüte die ersten grünen, samtigen Früchte an den Mandelbäumen erscheinen. In Spanien isst man diese grünen Mandeln oft schon in diesem Stadium mitsamt der noch weichen Schale, meist mit etwas Salz
2. März, Montag. Das unterscheidet den Aufenthalt in Spanien nicht von Zuhaue. Die Fenster müssen ab und an geputzt werden, damit die Aussicht nicht vor lauter Mücken und Staub getrübt ist. Und da das Wetter, wie man dem Bild entnehmen kann, kaum zu anderen Aktivitäten einlädt, ist heute eine gute Gelegenheit dafür


3. März, Dienstag. Das ist ein Bild, das wohl jeder Hundebesitzer kennt: Der treueste Gefährte weicht einem nicht von der Seite, wenn der grippale Infekt zugeschlagen hat. Hunde haben ein feines Gespür für Veränderungen in unserer Stimmung, Körpertemperatur und sogar unserem Geruch, der sich bei Krankheit leicht verändert. Dass der kleine Kerl da liegt, ist seine Art zu sagen: „Ich pass auf dich auf.“
4. März, Mittwoch. Das ist der Klassiker: rote Nase, glasige Augen und das allgemeine Gefühl, als wäre man von einem LKW überrollt worden. Es fühlt sich fies an. Tröstlich ist, der Körper arbeitet auf Hochtouren, damit er schnell wieder vom „Zombie-Modus“ in den Normalzustand kommt


5. März, Donnerstag. Oje, die klassische „Übergangsphase“, man ist nicht mehr richtig krank, aber für Bäume ausreißen reicht die Energie auch noch nicht. Und der Regen draußen macht es einem nicht gerade leichter, die Motivation zu finden. Eigentlich ist so ein trüber Tag aber das perfekte Alibi für das, was der Körper jetzt gerade braucht: den sanften Endspurt der Genesung. Der Schlachtplan, um das Beste aus dem grauen Tag zu machen ist einfach: Ruhe und ein Ingwer-Zitronen Tee. Und das große Los in der Genesungslotterie ist Uschi, die mit ihrer Fürsorge die letzten Viren in die Flucht schlägt
6. März, Freitag. Das sind doch mal gute Nachrichten. Es gibt kaum etwas Besseres für die Stimmung als den Moment, in dem das Grau verschwindet und die ersten Sonnenstrahlen durchkommen. Mimmi genießt den blauen Himmel und die neuen, vom Regen angespülten Gerüche. Auch bei uns Zweibeinern hellt sich die Stimmung merklich auf


7. März, Samstag. Hier liege ich nun und nutze die heilende Kraft von frischer Luft und Entspannung unter dem Halbschatten der Olivenbäume. Auch Mimmi als „Therapie-Hund“ spendet wohlige Wärme und trägt zu meiner Genesung bei

8. März, Sonntag. Das ist einer dieser perfekten, gemütlichen Momente, in denen sich die Welt draußen ganz weit weg anfühlt, obwohl man mitten drin ist. Dieses sanfte, unregelmäßige Tipp-Tipp der Regentropfen auf der Kuppel des Dachfensters, ist der wohl entspannendste Soundtrack für einen Morgen im Bett. Grauer Himmel, die Wassertropfen ziehen schlierige Bahnen über das Fenster, verzerren die Sicht auf den Baumwipfel und die vorbeiziehenden Wolken und wirken wie ein natürlicher Weichzeichner

Spaziergang mit Mimmi. Inmitten einer farbenprächtigen Blumenwiese unter blauem Himmel steht ein Feigenbaum, der gerade beginnt, seine ersten zarten Blätter zu entwickeln. Das Bild strahlt eine wunderbare Ruhe aus und der Duft von Frühling liegt in der Luft und
9. März, Montag. Abschied. Die ersten der langjährigen Freunde verlassen den Platz um ihre Reise in die Heimat anzutreten. Das hat immer etwas Melancholisches. Aber der Abschied ist eigentlich nur die Vorbereitung auf das nächste Wiedersehen in Los Olivos. Petra und Karl, wir wünschen Euch eine gute und sichere Fahrt

Isabell füttertdie Raubtüre. Zwei kleine Fellnasen verwandeln sich in hochfokussierte Spaghetti-Jäger. Jetzt herrscht das Gesetz des Dschungels. Die beiden mutieren zu hochgeschwindigkeits Saugstaubern. Es wird nicht gegessen, es wird inhaliert


10. März, Dienstag. Nun ist Uschi erkältet, kein Wunder bei dem derzeitigen kühlen und feuchten Wetter. Deshalb koche ich heute den Klassiker unter den Hausmitteln. Eine kräftige Hühnersuppe mit Reis und Gemüse. Sie wirkt nicht nur Wunder für die Seele, sondern liefert auch wichtiges Zink und Cystein, das entzündungshemmend hilft, die Schleimhäute bei Erkältungen abzuschwellen
11. März, Mittwoch. Das „Vanlife“ klingt nach grenzenloser Freiheit, bis man plötzlich feststellt, dass die Jeans alleine stehen kann und der Socken-Vorrat bedrohlich zur Neige geht. Auch wenn die Wolken bedrohlich über dem Platz dräuen war die Wäsche dank des Windes schnell getrocknet


12. März, Donnerstag. Nachdem wir gestern einige kleinere Sachen auf dem Stellplatz gewaschen hatten, fuhren wir heute mit Anita und Wolfgang nach Los Dolores, um im dortigen Waschsalon, in einer 14 Kilogramm fassenden Maschine Bettwäsche, Handtücher und allerlei weiteres zu waschen und zu trocknen. Während die Maschinen liefen, übernahm ich im Waschsalon das Wächteramt und die beiden Damen nebst Wolfgang besuchten den nahegelegenen Markt
13. März, Freitag. Die Toilettenkassette ist defekt. Der Anpressbügel des Verschlusses ist an den drei Befestigungsstellen gebrochen. Bei dem Wohnmobilhändler Sangar in der Nähe von Cartagena habe ich eine neue Kassette erwerben müssen, da das Oberteil als Ersatzteil nicht vorrätig war. Ärgerlich: während Camping Berger für die Kassette 134 € berechnet, verlangte Camping Sangar 175 €

Tagebuch einer Hündin, Eintrag 14:20 Uhr: Verrat auf ganzer Linie. Eigentlich dachte ich, wir fahren zum Park. Stattdessen hielt das Auto vor diesem seltsamen Kasten, der nach Shampoo und feuchtem Handtuch riecht. Bevor ich „Wuff“ sagen konnte, stand ich in der Box. Plötzlich kam warmes Wasser von überall. Ich habe versucht, ganz leidend zu gucken – mein Spezialblick, der normalerweise Leckerlis regnet. Hat diesmal nicht funktioniert. Herrchen hat mich eingeseift, bis ich aussah wie ein explodiertes Marshmallow. Wo ist mein hart erarbeiteter Duft nach Erde und totem Regenwurm hin? Alles weg. Zum Schluss kam dieses Wind Ding. Jetzt bin ich wieder trocken und rieche wie eine Blumenwiese. Ziemlich peinlich für eine Hündin meines Formats, wenn man mich fragt. Aber okay, alle sagen, ich sei jetzt „sooo flauschig“. Ich warte nur auf die nächste Pfütze – die Rache wird schlammig sein!


14. März, Samstag. Der Nervenkrieg geht weiter. Nach dem Waschprogramm gestern, folgt heute der Friseurbesuch. Die kleine Luzie machte den Anfang. Sie stand da wie eine Diva, während die Schere klapperte. Jetzt ist sie so perfekt gestutzt, dass sie vermutlich gar nicht mehr läuft, sondern über den Bürgersteig schweben wird. Sie sieht jetzt so edel aus, dass die Katze Olivia hier auf dem Stellplatz bei ihrem Anblick erst mal höflich grüßen wird, statt zu fauchen

Danach war Mimmi dran. Durch das dicke Fell ist ein guter Haarschnitt bei ihr wie eine architektonische Meisterleistung. Sie sieht jetzt nicht mehr aus wie ein wandelnder Flokati, sondern wirkt nun so grazil, dass sie glatt als Luzies Bodyguard im Designer-Anzug durchgehen könnte. Im Moment stolziert sie gerade durch das Wohnmobil, als hätte sie die Wahl zur „Miss Dog-Universe“ gewonnen. Beide, Luzie und Mimmi signalisieren uns nun allerdings ziemlich eindeutig: jetzt reicht es mit der professionellen Aufbereitung und wir wollen in unseren normalen Hundealltag zurückkehren
15. März, Sonntag. Mitten auf dem Frühstückstisch thront das Objekt der Begierde. Ein perfekt gebratenes Spiegelei. Mimmi bewegt keinen Muskel, nur ihre Nasenflügel flattern. Ihr Blick ist so intensiv, dass man fast Angst hat, das Eigelb könnte allein durch ihre Hypnose-Kraft vom Teller direkt in ihr Maul wandern. Ein einzelner Tropfen verlässt ihren Mundwinkel und landet auf dem Teppich. Es ist kein Betteln. Es ist eine intensive Sehnsucht

Auch das gehört zum Campen. Draußen pfeift der Wind gegen das Küchenzelt, drinnen herrscht eine Konzentration, die man sonst nur aus OP-Sälen kennt. Ich sitze auf einem wackeligen Campingstuhl, während Uschi mit der Schere um mich herumtänzelt wie eine Raubkatze um ihre Beute. Ich wage kaum zu atmen. Jedes Mal, wenn das Zelt von einer Windböe heftig flattert, zuckt Uschis Hand ein wenig und mein Herzschlag setzt kurz aus. Aber ohne Blutvergießen habe ich alles überstanden und ein Blick in den Spiegel zeigt, Uschi hat es bestens hinbekommen


16. März, Montag. Unsere Zeit im Los Olivos Camperpark läuft langsam ab. Da wir uns am Mittwoch in kleinen Etappen auf den Weg nach Deutschland machen werden, gilt es das Küchenzelt auszuräumen und alle Geräte und den Motorroller in der Heckgarage zu verstauen. Eine schweißtreibende Arbeit unter Spaniens blauen Himmel

Nachdem alles verstaut, der Roller endlich im dunklen Schlund der Heckgarage verschwunden ist und die Spanngurte angelegt sind, folgt die Belohnung für die ganze Plackerei. Erik hat ein letztes Mal den Grill angeheizt und wir genießen den Ausklang des Tages bei kühlen Getränken und einem schmackhaften Essen
17. März, Dienstag. Die letzten Arbeiten gehen zügig voran. Das Küchenzelt ist abgebaut, der Vorzeltteppich ist als nächstes dran. Vier Monate lang war die Parzelle unser Vorgarten, unser Wohnzimmer und unser diplomatisches Hoheitsgebiet. Man sagt, man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Nach vier Monaten sagen wir, man sollte gehen, bevor die Gemeinde Grundsteuer verlangt 😊. Ab Morgen heißt es: Adieu, fester Boden – hallo, Asphalt-Abenteuer


18. März, Mittwoch. Der Exodus hat begonnen. Isabell und Erik verlassen bereits am frühen Morgen den Platz und haben die ersten 440 Kilometer bis zum Stellplatz Spätzle Fritz in der Nähe von Alcanar vor sich

Wir lassen es langsamer angehen und starten am Mittag. Unsere erste Etappe beträgt heute lediglich 80 Kilometer. Angekommen am Ziel klingelt das Telefon und unsere Odyssee beginnt. Laura, die gute Seele im Los Olivos Camperpark teilt uns mit, dass wir unseren Alb-Wasserfilter an der Versorgungsstation hängen gelassen haben. Immerhin ist dieser der Garant dafür, das wir bakterien- und virenfreies Trinkwasser aus dem Tank genießen können. Was blieb uns anderes übrig, als die 80 Kilometer nun in umgekehrter Richtung noch einmal zurückzulegen und ein drittes Mal wieder zum ursprünglichen Ziel.

Nun stehen wir wieder auf dem Platz in Archena. Der Platz verfügt über Toiletten- und Grauwasser- Entsorgung Ist kostenfrei und auch für WoMo’s mit Hänger geeignet. Am Ende des Tages haben wir für 80 Kilometer 240 Kilometer zurückgelegt. Und die Erkenntnis: Die Wichtigkeit eines Wasserfilters ist direkt proportional zu der Distanz, die man zurücklegen muss, um ihn wiederzuholen.
N 38° 7‘ 20“ W 1° 17‘ 39“
19. März, Donnerstag. Knapp 90 Kilometer haben wir heute zurückgelegt und stehen auf einem gebührenfreien Stellplatz in Caudete. Der Platz verfügt über V/E und ist für 10 Fahrzeuge geeignet. Die Länge sollte 7,50 Meter nicht überschreiten, sonst wird das Rangieren problematisch. Große Wohnmobile mit Hänger können ggf. auf einem nebenliegenden Platz parken. N 38° 42‘ 41“ W 0° 58‘ 53“

Caudete ist eine kleine historische Stadt mit ungefähr 10.000 Einwohnern. Sie liegt in der Region Kastilien-La Mancha, bekannt für ihre Windmühlen. Die Stierkampfarena, in unmittelbarer Nähe zum Stellplatz gelegen, ist mit ihren Rundbögen ein echtes Schmuckstück. Die 1910 fertiggestellte Arena wurde im neomaurischen Stil errichtet. Heute wird die Stierkampfarena kaum noch für klassische Corridas genutzt. Stattdessen finden dort häufig Konzerte oder Freiluftkino Aufführungen statt

Wenige Meter weiter sieht man die Kirche Santa Catalina. Man sieht ihr an, das der Bau durch viele Stilepochen ging. Sie vereint Elemente der Gotik, der Renaissance und des Barock. Erbaut wurde sie auf den Überresten einer alten Festung


20. März, Freitag. Wieder haben wir etwas mehr als 80 Kilometer zurückgelegt und stehen auf dem Stellplatz in Bellús, den wir bereits im November letzten Jahres angefahren hatten. Die Location bietet ausreichend Platz auch für Mobile mit Anhänger, hat V/E und kostet 3€. Strom für 24 Stunden schlagen mit 4€ zu Buch. N 38° 56‘ 29“ W 0° 28‘ 51“

Rast im kleinen Park an der Ermita del Crist de la Bona Mort. Eine Kapelle aus dem frühen 20. Jahrhundert, die etwas erhöht liegt und einen schönen Ausblick bietet

Església de Santa Anna. Die Pfarrkirche aus dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert ist das religiöse Zentrum des Dorfes

Ein Ort voller Magie. Neben dem Quellwasser erfrischen sich die drei Nayadas von Bellús. In der griechischen Mythologie sind Najaden Nymphen, die über Süßwasserquellen, Bäche und Flüsse wachen. Da Bellús für seine heilenden Gewässer bekannt war, griffen Mediziner und Schriftsteller der Aufklärung und Romantik diesen Begriff auf, um die „göttliche“ und heilende Natur des Wassers von Bellús zu preisen. Man glaubte damals, dass die Quellen unter dem Schutz dieser wohlwollenden Gottheiten stünden
21. März, Samstag. Unsere Tour trug uns heute in das 170 Kilometer entferne Sueras. Hier stehen wir auf einem Stellplatz (Zona Autocaravaning Sueras) neben einem kleinen Restaurant. Diese schmale Straße im Bild führt hinab zu den sechs Plätzen. Der Platz hat V/E und ist gebührenfrei, selbst der Stromanschluss ist kostenlos, allerdings wird der Strom nachts abgeschaltet. Für Fahrzeuge mit Hänger und Wohnmobile über 8 Meter ist der Platz nicht geeignet. N 39° 57‘ 13“ W 0° 20‘ 6“

Sueras liegt im wunderschönen Naturpark Sierra de Espadán, in der Valencianischen Gemeinschaft (Provinz Castellón), direkt an der Grenze zu Katalonien. Ein Highlight ist das Castillo de Maús, eine beeindruckende Burgruine aus dem 12. Jahrhundert, auf einem Hügel über dem Dorf. Die kleine Stadt selbst bietet nichts besonderes und ist typisch mediterran angelegt


22. März, Sonntag. Wir sind nach 140 Kilometer Fahrt auf der Autobahn gegen Mittag auf dem Stellplatz Àrea d’Autocaravanes in L‘Aldea angekommen. Der Platz für 35 Mobile, auch mit Hänger geeignet, ist gebührenfrei und hat V/E.
N 40° 44’ 58“ E 0° 37’ 41. L’Aldea liegt direkt am Eingang zum Naturpark Ebrodelta. Die Stadt war historisch ein strategischer Verteidigungspunkt. Es gibt vier erhaltene Wachtürme. Da wir bereits vor rund zwei Jahren hier waren, haben wir heute auf eine Stadtbesichtigung verzichtet
23. März, Montag. Nach einer entspannten 90-Kilometer-Etappe haben wir unser Ziel heute schon früh erreicht. Jetzt genießen wir die absolute Ruhe: Wir stehen mutterseelenallein auf einem weitläufigen Platz mitten im Nirgendwo. Das nächste Dorf ist 2 km entfernt. Der Platz bietet V/E, Dusche/WC und ist auch für Gespanne geeignet. Das Ganze gibt es für 12 € plus 5 € für Strom, falls man ihn braucht.
N 41° 14‘ 47“ E 1° 34‘ 12“


24. März, Dienstag. Rund 200 Kilometer hat uns Muli heute getragen, bis nach Peralada, ein historisches Juwel im Norden Kataloniens, etwa 7 Kilometer von Figueres entfernt. Der Ort ist für seine mittelalterliche Atmosphäre, sein berühmtes Schloss, seine Storchenkolonie und seine bedeutende Weinbautradition bekannt. Wir stehen auf dem kostenfreien Stellplatz am historischen Zentrum. Der Platz verfügt über V/E. Im hinteren Bereich ist Platz genug um Anhänger abzustellen. N 42° 18‘ 22“ E 3° 0‘ 32“
Unmittelbar vor unserem Stellplatz erlebten wir völlig unverhofft die zweite Etappe der Katalonien Rundfahrt, die heute von Figueres 167,4 Kilometer bis nach Banyoles geht. Wir hatten uns schon über ein massives Polizeiaufgebot und Straßensperren gewundert. Die Volta a Catalunya ist das drittälteste und eines der prestigeträchtigsten Radrennen der Welt und gehört zur UCI WorldTour, der höchsten Liga des Radsports. Im ersten Viererfeld, dass fast zwei Minuten vor dem Hauptfeld vorbeifuhr, befanden sich der Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard und der Olympiasieger Evenepoel.

Ein besonderes Merkmal des Schlossparks ist die große Kolonie von Weißstörchen, die dort seit einem Wiederansiedlungsprojekt in den 90er Jahren nistet

Dieses Gebäude war ursprünglich ein Franziskanerkloster, bevor es im 19. Jahrhundert zu einer Schule umgewandelt wurde. Salvador Dalí war hier Schüler

Das Schloss von Peralada ist eines der beeindruckendsten mittelalterlichen Ensembles in Katalonien. Die ursprüngliche Burg stammt aus dem 9. Jahrhundert, sie wurde allerdings im 13. Jahrhundert zerstört. Das heutige Schloss wurde im 14. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern neu errichtet und im 19. Jahrhundert im Stil eines französischen Schlosses umgestaltet. Im Schloss befindet sich heute unter anderem ein Weinmuseum. Übrigens war Salvatore Dalí ein großer Fan des Rosé-Cavas aus Peralada und servierte diesen oft seinen Gästen
25. März, Mittwoch. Die heutige Tour von Peralada nach Narbonne-Plage war eine abwechslungsreiche Fahrt, die aus dem Herzen der katalanischen Region Empordà über die Pyrenäen bis an die weitläufigen Sandstrände Südfrankreichs führte. Auf der A9 ging es über die Grenze nach Frankreich. Die Landschaft veränderte sich hier spektakulär, während wir die Ausläufer der Pyrenäen passierten. Nun stehen wir auf dem Stellplatz „Campeole Park Narbonne“ in Narbonne-Plage. Der Platz kostet 10€, Strom für 4 Stunden 1€, hat V/E und liegt 500 Meter vom Sandstrand entfernt. Auf den Platz passen etwa 80 Mobile, auch mit Hänger.
N 43° 8‘ 39“ E 3° 8‘ 40“

Der Weg zum Strand ist links und rechts von den klassischen, winddurchlässigen Kastanienholzzäunen gesäumt. Diese sind nicht nur dekorativ, sondern sie fangen den Sand ein, um die empfindlichen Dünen vor Erosion durch Wind und Trittschäden zu schützen. Die Landschaft wirkt weit, offen und fast ein wenig karg. Man spürt förmlich die Frische der Meeresbrise

Uschi sitzt am Rande eines breiten Sandstrandes auf den Felsen, die als Wellenbrecher dienen. Der Wind pfeift mittlerweile so stark, dass sich das klassische „Paniermehl-Gefühl“ einstellt. Der Wind hat dermaßen kräftig aufgefrischt, dass der berüchtigte feine Sand gnadenlos in jede Pore der ungeschützten Teile des Körpers gewirbelt wird

26. März, Donnerstag. Etwas über 250 Kilometer sind wir heute gefahren und auf einem Stellplatz in Montélimar gelandet. Montélimar ist eine bezaubernde Stadt im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie liegt im Südosten Frankreichs, direkt im Rhonetal. Eigentlich wollten wir die Stadt besichtigen. Aber es stürmt derart, dass wir es vorziehen, im warmen Wohnmobil zu bleiben. Der Stellplatz „Aire Camping-Car de Montélimar“ ist kostenfrei und hat eine Ver- und Entsorgungsstation. N 44° 33‘ 56“ E 4° 45‘ 23“


27. März, Freitag. Auf dem Weg zu unserem heutigen Etappenziel haben wir im Hypermarché! E.Leclerc erst einmal unsere Lebensmittel aufgefüllt. Ein Leclerc-Hypermarkt ist eher eine überdachte Stadt. Das Angebot erschlägt. Man findet dort fast alles, von der Waschmaschine über Autoreifen bis hin zu einem 20 Metern langen Joghurt-Regal. Obwohl E.Leclerc in Frankreich oft der Preisbrecher ist, sind die Preise etwa 15% höher als in Deutschland

Unser Tagesziel ist der Stellplatz Ville-sous-Anjou im gleichnamigen Ort. Er liegt etwa auf halben Weg zwischen Valence und Lyon, im Département Isère in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sowohl der Platz, als auch die V/E und der Strombezug sind kostenlos.
N 45° 21‘ 46“ E 4° 51‘ 42“

Die Kirche im Ort, über dem Wohnmobilstellplatz gelegen, ist die Ancienne église Saint-Didier. Die romanische Kirche mit späteren gotischen Umbauten stammt in ihren Ursprüngen aus dem 12. Jahrhundert. Seit 1927 ist sie als Monument Historique klassifiziert und besonders geschützt
28. März, Samstag. Wir sind nach einem Stau auf der A7, der uns 50 Minuten in einen langsamen Stop-and-Go Verkehr zwang, in Bourg-en-Bresse, im meist grauen und kühlen Tor zur Jura gelandet. Und es ist kalt und grau, ein wahrer Temperatur-Schock. Wir stehen bei nur 6 Grad und Regen auf dem kostenfreien Stellplatz mit V/E auf dem Aire Communale Bourg-en-Bresse. Auch für Fahrzeuge mit Hänger geeignet. N 46° 12‘ 33“ E 5° 14‘ 21“

Das absolute Aushängeschild der Stadt ist das königliche Kloster Brou (Monastère Royal de Brou). Es wurde im 16. Jahrhundert von Margarete von Österreich aus Liebe zu ihrem verstorbenen Ehemann Philibert dem Schönen erbaut und vor ein paar Jahren zum Lieblingsmonument der Franzosen gewählt. Die filigranen Steinmetzarbeiten und das Dach mit den bunt glasierten Ziegeln sind spektakulär


29. März, Sonntag. Wir stehen nach einer Fahrt von 160 Kilometern auf einem Stellplatz in Nancracy, am Museum (Musée de Plein Air des Maisons Comtoises), mit einer herrlichen Aussicht in die typische, sanfte Mittelgebirgslandschaft des Jura Plateaus. Der Stellplatz verfügt über V/E (das Wasser ist im Winter allerdings bis April abgestellt). Der Platz ist kostenfrei und auch für große Wohnmobile mit Hänger geeignet. N 47° 14‘ 22“ E 6° 11‘ 4“

Wenn man in Nancray ist, ist ein Besuch des Museums eigentlich ein absolutes Muss. Leider blieben uns die Türen heute verschlossen. Das Museum öffnet erst im April. Es ist ein Freilichtmuseum mit einem 15 Hektar großem Park, der die Geschichte der Region Franche-Comté lebendig macht. Über 35 authentische Gebäude, Bauernhöfe, Werkstätten und sogar eine traditionelle Käserei aus dem 17. bis 19. Jahrhundert wurden an ihren ursprünglichen Standorten ab- und hier originalgetreu wieder aufgebaut

30. März, Montag. Heute führte uns unsere Tour rund 85 Kilometer weiter, bis auf den Stellplatz Aire de Camping-Car I‘Epide in Belfort. Der Platz hat eigentlich nur 8 Stellplätze, aber auf der großen Fläche stehen heute mehr als 30 Fahrzeuge, teilweise mit Hänger. Der Stellplatz hat V/E, die 8 regulären Plätze haben Stromversorgung und alles ist kostenfrei
N 47° 38’ 31“ E 6° 51’ 57“. Die Stadt Belfort selber, auch bekannt als die „Stadt der Löwen“, hat eine reiche Geschichte und bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die wir uns trotz des leichten Regenwetters unbedingt ansehen wollen. Das Denkmal stellt eine Elsässerin mit einem sterbenden Soldaten zu ihren Füßen dar, dessen Gewehr sie in einer herausfordernden Geste schwingt, als Aufforderung den Kampf fortzusetzen, damit das Elsas wieder französisch wird

Am malerischen Place d’Armes steht das heutige Rathaus (Hôtel de Ville) von Belfort. Es wurde 1724 ursprünglich als Privathaus für den französischen Adligen François-Nicolas de Rosen errichtet. Später wurde es von der Stadt erworben und dient seitdem als Rathaus

Die 1727 erbaute Kathedrale Saint-Christophe aus rotem Sandstein, ebenfalls am Place d’Armes gelegen, ist ein prächtiges Beispiel klassizistischer Architektur

Am Place de la République steht ein Denkmal, das die drei großen Verteidiger von Belfort zeigt. Einer der Dreien ist Denfert-Rochereau (1870–1871), der berühmte Verteidiger der Stadt während der Belagerung von 1870/71, bekannt als der Löwe von Belfort

Das 1687 erbaute Breisach Tor (französisch: Porte de Brisach) ist eines der bedeutendsten historischen Bauwerke in Belfort. Es ist das letzte erhaltene Stadttor der ursprünglichen Befestigungsanlage, die im Auftrag von König Ludwig XIV. erbaut wurde. Das Tor diente nicht nur der Verteidigung, sondern war auch ein Symbol für die Macht des französischen Königs. An der Fassade prangt das Wappen von Ludwig XIV. mit der brennenden Sonne und der lateinischen Inschrift „Nec Pluribus Impar“ (etwa: „Überlegen gegenüber allen“), das persönliche Motto des Sonnenkönigs
31. März, Dienstag. Hallo Deutschland! 🇩🇪, wir sind wieder da. Die Ankunft war ziemlich erfrischend, wir haben die warmen spanischen Wintermonate nun gegen die deutsche Kühlschrank-Temperatur getauscht. Uschi und ich üben jetzt wieder fleißig das „Mütze-auf-Schal-um-Ritual“, während wir sehnsüchtig an die warmen Tapas-Abende zurückdenken. Aber hey, zumindest gibt’s hier Weißwürste und Brezel. Wir stehen im Schneegrießel auf dem Stellplatz in Lottstätten. V/E und Strom vorhanden, 15 € pro 24 Stunden. Auch für Mobile mit Hänger geeignet.
N 47° 37‘ 52“ E 8° 34‘ 38“

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