8. Juni, Montag. Wir sind heute, nach einer langen Zeit der Abstinenz wieder aufgebrochen. Planlos? Nein nicht ganz. Zumindest geht es erst einmal in südliche Richtung. Unser erster Stop, nachdem wir den schönen Westerwald durchquert hatten, ist in Hessen, in der Wetterau, am Rande des kleinen Ortes Merkenfritz, der Stellplatz des Wohnmobilhändlers Müller. Der kostenfreie kleine Platz für 4 Mobile ist gepflegt, nett angelegt und liegt unmittelbar an dem kleinen Markenfritzer Bach, der hinter unserem Mobil leise vorbei plätschert. V/E und Strom ist auf dem gegenüber liegenden Gelände des Wohnmobilhändlers vorhanden, Strom gibt es kostenfrei auf dem Stellplatz. Die Koordinaten lauten: N 50° 24‘ 2“ E 9° 8‘ 53“

9. Juni, Dienstag. Nach einer lediglich 90 Kilometer kurzen Fahrt durch den herrlichen Spessart, in dem sich sanfte grüne Hügel mit dunklem Mischwald abwechseln, haben wir einen wunderschönen Stellplatz am Mainufer gefunden. Eingerahmt von Weinbergen im Rücken, genießen wir unseren Kaffe im Sonnenschein. Der Platz für 60 Mobile liegt zwischen Wörth am Main und Trennfurt, kostet 12 €, hat eine V/E Station und Stromsäulen für alle Plätze. N 49° 47‘ 4“ E 9° 10‘ 39“

Da wir zwar in Hessen, aber nur wenige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt sind, erlauben wir uns zum Abendbrot bayerische Weißwürste mit Brezeln zu genießen und hoffen inständig, dass keine diplomatische Krise droht. Übrigens, rechts am Tisch lauert Mimmi. Es riecht verdammt gut und sie hält stur an ihrer Taktik fest: Wenn ich die Wurst fest genug anstarre, fliegt sie vielleicht von alleine in meinen Mund
10. Juni, Mittwoch. Wir haben das Maintal verlassen und sind rund 90 Kilometer durch den Odenwald, geprägt von dichten, weitläufigen Wälder und tief eingeschnittenen Tälern, bis ins Neckartal nach Heilbronn gefahren. Hier stehen wir wieder einmal auf dem kostenfreien Stellplatz Neckarhalde. Der Platz verfügt über eine V/E Station, allerdings ohne Bodeneinlass. An wenigen Plätzen ist ein Stromanschluss vorhanden. Hier muss man früh ankommen um noch einen Platz erhalten zu können. Gegen 13 Uhr gab es nur noch einen Platz, den wir dann besetzt haben. N 49° 7‘ 50“ E 9° 12‘ 17“

Der Nachmittag brachte eine traurige Nachricht. Mimmi, die Katze unserer Freundin und Namensgeberin für unseren Hund ist gestorben. 18 Jahre ist zwar ein gesegnetes Alter für eine Katze und es zeigt, wie gut sie es bei unserer Freundin hatte, aber genau diese lange gemeinsame Zeit macht den Abschied jetzt natürlich so unendlich schwer. Mimmi war fast zwei Jahrzehnte lang eine treue Begleiterin und ein festes Familienmitglied.


11. Juni, Donnerstag. Wir bleiben noch bis morgen auf dem Stellplatz Neckarhalde, der unmittelbar an den Wertwiesenpark grenzt. Der Wertwiesenpark ist die größte innerstädtischen Grünanlage in Heilbronn. Er erstreckt sich über rund 15 Hektar im Süden der Stadt, zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil Sontheim direkt am rechten Ufer des Neckars. Jeden Samstagmorgen um 9:00 Uhr findet hier der „Wertwiesen parkrun“ statt, ein kostenloser, gemeinschaftlicher 5-Kilometer-Lauf für jedermann.

Ein heroischer Gang durch das eiskalte Kneipp-Becken im Park. Im Storchengang ein Bein majestätisch hochziehen, während das andere im Eiswasser festfriert. Nach Runde drei verlässt mich der Ehrgeiz und ich rette mich ans sichere Ufer
12. Juni, Freitag. Der Besen hängt, der Wein fließt und die Schlachtplatte ruft. Diese traditionellen nur zeitweise geöffneten Weinlokale der Winzer (Besenwirtschaften) bieten eine herrlich unkomplizierte, gesellige und authentische Atmosphäre, perfekt für eine Runde mit unseren guten Freunden. Diese Atmosphäre und das Deftige der Gerichte genießen wir jedes Mal wenn wir im Heilbronner Land sind mit Elfi und Horst gemeinsam

Das war ein absoluter Volltreffer. Eine ordentliche Schlachtplatte in der Besenwirtschaft ist ja quasi der Ritterschlag für einen gelungenen Abend. Da macht man keine Kompromisse: Sauerkraut, Wurst und Kesselfleisch. Damit ist der Abend eigentlich perfekt abgerundet. Ich glaube, man sieht‘s

Unsere Nacht verbringen wir in der Nähe, auf einen Stellplatz in Weinsberg. Der Platz für 12 Mobile liegt zwar unmittelbar an Bahngleisen, aber die Züge fahren hier langsam und geräuschreduziert. Die Nacht ist ruhig. Der Platz ist kostenfrei, verfügt über V/E mit Bodeneinlass und Strom
N 49° 8‘ 55“ E 9° 17‘ 3“


13. Juni, Samstag. Besuch bei Uschi’s Bruder und Schwägerin in Binau. Eine schöne Zeit um mal wieder alte Erinnerungen aufzufrischen

Muli hat seinen Platz in Obrigheim gefunden, direkt am Neckarufer und nur vier Kilometer von Binau entfernt. Der schön gelegene Stellplatz für 6 Mobile ohne Service ist kostenfrei. Ein Mülleimer ist vorhanden. Wir genießen jetzt den ausklingenden Tag und schauen dabei den vorbei ziehenden Schiffen zu.
N 49° 21‘ 1“ E 9° 5‘ 59“
14. Juni, Sonntag. Wir frühstücken geruhsam mit Blick auf den Neckar. „Panta rhei“ – alles fließt, sagte schon der alte Heraklit. Und nirgends begreift man das besser als hier. Das Wasser, das in diesem Moment bei uns am Obrigheimer Ufer vorbeizieht, war gestern noch im Schwarzwald und wird morgen schon den Rhein erreichen. Hier am Flussufer wird unser Frühstück zu einem kleinen Ritual der Erdung. Wir bleiben heute noch hier

Das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao. Wir haben uns ein perfektes „Public Viewing“ im Mini-Format geschaffen. Während andere in überfüllten Biergarten um die Sicht kämpfen, haben wir die Logenplätze direkt an Bord. Keine Warteschlangen am Klo, die Getränke sind perfekt temperiert und wenn das Spiel wider Erwarten nervig wird, können wir einfach die Aussicht wechseln und auf den Neckar hinausschauen


15. Juni, Montag. Wir haben uns bewegt und zwar ganze 6 Kilometer vom Neckarufer in Obrigheim auf den Stellplatz in Mosbach. Durch den an den Stellplatz angrenzenden Elzpark spazieren wir mit Mimmi bei herrlichem Sommerwetter zum Stadtgarten See, vorbei an einer Kneipp Anlage mit eiskaltem Wasser

Meine Hausärztin teilt mir via Telefon froh gelaunt mit, dass alle Vorsorgeuntersuchungen, denen ich mich in den letzten zwei Wochen unterzogen habe, positive Befunde aufweisen. Das zaubert ein zufriedenes Lächeln in mein Gesicht. Nun bin ich TÜV geprüft und bereit für die nächsten Kilometer

Den Stellplatz in Mosbach fahren wir immer gerne an. Er bietet ausreichend kostenfreien Platz, ist nah am historischen Ortskern und hat neben V/E auch genügend Stromsäulen. Vom 22. Juni bis voraussichtlich Ende des Monats ist der Platz wegen Bauarbeiten allerdings gesperrt. N 49° 21‘ 37“ E 9° 8‘ 51“
16. Juni, Dienstag. Ein Spaziergang durch die historische Altstadt von Mosbach gleicht einer kleinen Zeitreise. Die Stadt im Neckar-Odenwald-Kreis ist bekannt für ihre prächtigen, dicht an dicht stehenden Fachwerkhäuser und ihr gemütliches, fast schon mediterranes Flair.

De Kandelschussbrunnen in Mosbach ist im Gegensatz zu klassischen Brunnenbecken ein fließendes Element. Das Wasser wird aus dem Brunnen freigegeben und plätschert als offener Wasserlauf mitten durch das Pflaster der historischen Gassen. Ursprünglich floss der Kandelbach oberirdisch quer durch Mosbach und war sehr wichtig für die Stadt, da er unter anderem mehrere Mühlen antrieb. In den 1930er Jahren wurde die Stadt jedoch modernisiert und kanalisiert, wodurch der Bach damals komplett unter die Erde verbannt wurde. Im Zuge der Altstadtsanierung wollte man das Element Wasser und die Erinnerung an den Kandelbach wieder zurück in die Fußgängerzone holen


Mittwoch, 17. Juni. Jeden Mittwoch- und Samstagvormittag verwandelt sich der historische Marktplatz inmitten der malerischen Altstadt in ein lebendiges Zentrum der Genüsse und regionale Erzeuger bieten ihre Waren an. Mit Schwager und Schwägerin spazieren wir über den Platz, vorbei an den kunstvollen Fachwerkhäusern

Und das Beste kommt zum Schluss. Was wäre ein echter Markttag ohne die kulinarischen Pausen? Der absolute Favorit für viele Marktbesucher ist der Zwischenstopp am Fischstand. Ein frisch belegtes, knackiges Fischbrötchen direkt auf die Hand, ob mit feinem Bismarckhering, cremigem Seelachssalat oder zartem Räucherlachs. Genau das ist der Geschmack von einem perfekten Vormittag in Mosbach. Unkompliziert, einfach und lecker. Dies ist nun unser letzter Tag auf dem Stellplatz hier. Wir haben uns verabschiedet und Morgen ziehen wir weiter

Am Abend bekamen wir noch Besuch von langjährigen Freunden aus Haßmersheim, ein kleiner Ort am Neckar, etwa 20 Kilometer von Mosbach entfernt. Sportlich nehmen beide am Stadtradeln der Region teil. In mehreren Nachbarkommunen läuft derzeit diese Aktion. Hierbei werden über drei Wochen hinweg gemeinsam Kilometer für den Klimaschutz gesammelt
18. Juni, Donnerstag. Es ist fürchterlich warm, das Thermometer zeigt 36 Grad. Im Wohnmobil herrschen physikalische Gesetze, die Einstein so nicht vorhersehen konnte. Heute gab es Pasta und ich musste den Gasherd gar nicht erst anmachen, es reichte völlig, den Topf auf die Arbeitsplatte zu stellen. Das Wasser hat von alleine angefangen zu sprudeln. Wir stehen jetzt auf den gnadenlosen heißen Pflastersteinen im Hof der Firma Stäbler in Waghäusl-Kirrlach. Morgen in aller Herrgottsfrühe geht es durch eines der Tore und Muli bekommt eine Anhängerkupplung


19. Juni, Freitag. Um 8:00 Uhr wurden wir vom Stellplatz in die Halle gelotst. Und während die Monteure der Firma Stäbler bei 34 Grad schwitzend die Anhängerkupplung montieren ….

machen wir mit dem Leihwagen der Firma einen Ausflug an ein kühlendes Gewässer, ganz in der Nähe. Mimmi konnte sich im Wasser austoben. Um 13:00 Uhr war die Anhängerkupplung montiert, an das Bordnetz angeschlossen und die hohe Rechnung bezahlt. Nach einer Tasse Kaffee sind wir entlang der deutschen Weinstraße in den Pfälzer Wald und unserem heutigen Tagesziel entgegen gefahren

Wir sind am Ziel angekommen und die neue Anhängerkupplung ist während der Fahrt nicht abgefallen, Die Firma Stäbler hat gut gearbeitet 😊. Unser Nachtlager schlagen wir auf einem Platz der Naturfrunde in Elmstein-Harzofen, im Pfälzer Wald auf. Der Platz für 6 Mobile (auch mit Hänger) hat zwar keine Entsorgung, Wasser und Strom ist allerdings vorhanden. Der Platz kostet 6 € und Strom 5 €. Den Strom benötigen wir auch dringend, denn ohne Klimaanlage verwandelt sich das Wohnmobil blitzschnell in eine Sauna. N 49° 21‘ 41“ E7° 57‘ 4“
20. Juni, Samstag. Wir sind durch den Pfälzer Wald in den Hunsrück, bis nach Weiskirchen gefahren und stehen auf dem Stellplatz am wunderschönen Kurpark. Der Platz mit V/E und Strom ist kostenfrei, die Kurtaxe beträgt 3€ pro Person. Weiskirchen ist ein heilklimatischer Kurort. Er liegt inmitten der waldreichen Ausläufer des Hunsrücks (Schwarzwälder Hochwald). Das besondere Reizklima und die extrem saubere Luft sind die Hauptgründe für den Kurbetrieb. Wir allerdings zerlaufen in der ungewöhnlich heißen Luft und werden deswegen morgen die Heimreise antreten.
N 49° 33‘ 32“ E 6° 49‘ 5“

21. Juni, Sonntag. Aus Mimmi’s Sicht: meine letzte Nacht im fahrbaren Körbchen. Ich habe erfolgreich die Herrschaft über das Kissen übernommen. Mein Mensch dient als hervorragende Rückenstütze. Ich glaube, er mag es, denn er rührt sich vor Ehrfurcht kein Stück. Jetzt sind wir wieder zu Hause und den Garten habe ich schon in Besitz genommen. Es war eine schöne Zeit, danke dass ihr mich alle begleitet habt. Tschüß bis zur nächsten Tour



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